Die intermediäre Brücke im Einsatz beim “Fuß” laufen

Die sogenannte intermediäre Brücke gibt dem Hund die Information, dass er fast… fast… fast… am “Ziel” ist und sein Markersignal und dann seine Belohnung bekommt. Wie das “Warm warm warm” beim Topfschlagen.

Wird die intermediäre Brücke (iB) oft und vielfältig verwendet, gibt das Ausbleiben der iB dem Hund die Information, dass er das gewünschte Verhalten gerade verlassen hat bzw. auf dem falschen Weg ist – wie das “kalt kalt kalt” beim Topfschlagen.

Video – intermediäre Brücke im Einsatz

Ruby bekommt in dem Video das Signal “Zusammen”. Das bedeutet: nahes Laufen am Menschen. Das kann sie über kurze Strecken schon recht gut! Die Schwierigkeit ist gesteigert, da wir auf ihren Ball zulaufen, den wir vorher haben liegen lassen. Trotzdem schafft sie die ersten Schritte sehr gut.

Die intermediäre Brücke beginnt da, wo es ihr schwerer fällt, um sie zu unterstützen. Es ist gut erkennbar, wie das Ende der iB für sie als Information verwertbar ist – sie korrigiert sich selbstständig!

Am Ende der intermediäre Brücke gibt es das “Click” (ihr Markersignal) und dann die Belohnung: Endlich darf sie ihren Ball holen! :D

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Zum Nachlesen bei Interesse

Achtung: Begriffsdefinition

Oder eher: Begriffsverwirrung. Es gibt mittlerweile mehrere Definitionen der intermediären Brücke. Ich verwende die Definition nach Kayce Cover.

Kurz und Grob erklärt

Intermediäre Brücke (nach Kayce Cover): intermediär bedeutet so viel wie dazwischenliegend oder vermittelnd. Der Begriff Brückensignal oder kurz Brücke signalisiert dies bereits: Das Signal vermittelt / überbrückt die Zeit zwischen Verhalten und Markersignal. Es gibt dem Hund die Information “Du bist auf dem richtigen Weg mit deinem Verhalten, verändere noch ein weniger / mach noch ein wenig weiter damit, dann kommt dein Markersignal und dann deine Belohnung.”

Weiter gibt es ein so genanntes Keep Going Signal, auch hier gibt es wieder unterschiedliche Definitionen. Nach Karen Pryor vermittelt das Keep Going Signal (KGS) die Information: “Zeig genau das Verhalten, was du jetzt zeigst, noch ein wenig länger, dann kommt dein Markersignal und dann deine Belohnung.”

Das Keep Going Signal (nach der hier verwendeten Definition) ist damit mehr oder minder eine Sonderform der intermediären Brücke (nach der hier verwendeten Definition).

In der Praxis zeigt sich, dass die Unterscheidung vor allem akademischer Natur ist. Wird die intermediäre Brücke vielfältig verwendet, kann sie für variables wie auch statisches Verhalten eingesetzt werden. Sie ist also in der Lage, sowohl die Information “Du musst noch ein bißchen was verändern” wie auch die Information “Behalte genau das ein wenig länger bei” zu vermitteln.

Kudos

Last but not least

Geht übrigens auch bei Katzen ;)