Videos – Spielerisches Üben Part 1

Training ist etwas, das immer optimiert werden kann.

mirjam kamera

So schauts aus, wenn ich andere filme. Bild von Esther Follmann.

Gerade Videoaufnahmen sind eine gute Möglichkeit, sich selbst und das Training zu überprüfen. Hin und wieder finde ich, einige meiner privaten Aufzeichnungen sind bestimmt für den ein oder anderen interessant.

Deshalb heute vier Videos zum Thema: “Spielerisches Üben”.

Mit unseren Hunden spielen macht riesig Spaß! Es tut unserer Beziehung gut, es macht gute Laune und trainiert ganz neben bei den Körper – nicht nur den unseres Hundes. Spiel ist eine tolle Belohnungsmöglichkeit und gerade deshalb kann man beim Spiel einige Dinge gezielt und mit Spaß üben.

Wichtig dabei ist, dass “nur” Spiel alleine eigentlich eine einzige Übungslektion für unsere Hunde ist. Da wird Kommunikation geübt, angepasster Körpereinsatz trainiert und Verhaltensweisen geschult. Wer Spiel ausschließlich zum Training gezielter Signale einsetzt – wie beispielsweise in den folgenden Videos – verzichtet auf diese Lektionen und auf eine Menge Spaß.

Richtig spielen…

So kurz die Videos sind, es sind ein paar wichtige Dinge darin versteckt. Zum Beispiel meine Körpersprache: Ich sitze und ich habe mich nicht frontal zu Terrie ausgerichtet. Frontale Körperhaltung oder direktes Anstarren können sensible Hund hemmen. Ein Hund, der dazu neigt, Ressourcen zu verteidigen, kann sich provoziert fühlen. Meine Bewegungen und Stimme signalisieren Terrie immer wieder: das ist wirklich ein Spiel!

Gerade beim Zerrspiel – die meisten Hunde lieben Zerrspiele – ist es doppelt wichtig, auf seine Körperhaltung zu achten. Im Sitzen bin ich auf einer Höhe, bei der ich mit Terrie zerren kann, ohne seine Wirbelsäule übermäßig zu belasten. Das Zerren nach oben tut der Halswirbelsäule gar nicht gut. Weiter halte ich meine Hand verhältnismäßig ruhig. Zerrspiel, das bedeutet, einer zerrt und einer hält dagegen. Es bedeutet nicht, wie wild in alle Richtungen an dem Spielzeug zu rucken. Sensible Hunde kann so ein Bewegungslauf hemmen, die Hunde, die beim Zerrspiel ohnehin sehr erregt werden, werden dadurch unnötig gepusht. Dazu kommt, dass so ein wildes Hin und Her beim Zerrspiel eine ungünstige Belastung für die Halswirbelsäule darstellt.

Spielerisches Üben – das “Aus” geben

In diesen Videos üben wir das Signal “Aus”. Es bedeutet: lass das Objekt in deinem Maul los, wenn ich es in der Hand habe. Wenn meine Hand  nicht an dem Objekt ist, erwarte ich von Terrie nicht, dass er es aus dem Maul fallen lässt, denn das haben wir so nicht geübt. Gerade, wenn Wortsignale sehr gängig sind, erwarten Menschen häufig, dass der Hund die Bedeutung in einen ganz anderen Kontext übertragen kann. Man übt zum Beispiel “Aus” mit einem Spielzeug und erwartet hinterher, dass der Hund einen Pferdeapfel, denn er unterwegs aufnimmt, auf das Signal hin ausspuckt. Obwohl das gar nicht traininert wurde.

Terrie zerrt sehr gerne und sein Erregungsniveau steigt dabei. Ein Spielzeug im Zerrspiel loszulassen, obwohl ich es noch festhalte und er einfach weiterzerren könnte, ist keine Kleinigkeit. Das Loslassen wird direkt mit unserem Markerwort bestätigt. Dies sagt Terrie punktgenau: das war richtig, das war das Verhalten, das ich wollte. Als Belohnung darf er weiterspielen. Was wir nun genau spielen, sage ich ihm an – einmal ist es weiter ein Zerrspiel, beim zweiten Video spielen wir ein Lauerspiel.

Er lernt dabei, dass das Signal “Aus” nicht bedeutet, dass das Spiel vorbei ist und das es sich für ihn lohnt, das Verhalten auszuführen.

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Spielerisches Üben – das “Bringen”

Hier üben wir “Bringen”. Das Signal habe ich mit Terrie zu einem großen Teil im Freien aufgebaut. In der Wohnung wurde das “Bringen” weniger oft geübt. Wenn ich Terrie im Freien bitte, mir etwas zu bringen, bringt er das Objekt an meine Hand und lässt es los, wenn ich es festhalte. Da wir es daheim bei weitem nicht so oft praktiziert haben wie im Freien, kann ich nicht erwarten, dass er in diesem Zusammenhang diesen kompletten Ablauf bereits zeigt. Deshalb gehe ich zu Hause einen großen Schritt zurück mit meinen Anforderungen und bestätige ihn dafür, dass er das Spielzeug sehr nahe zu mir bringt. Auch hier wieder der Hinweis: Hunde lernen kontextbezogen! Klappt etwas an einem bestimmten Ort gut, bedeutet das nicht, dass der Hund an einem anderen Ort versteht, was wir von ihm erwarten.

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Nachspiel muss sein

Im Spiel drehen viele Hunde richtig hoch. Das ist in Ordnung! Es ist eine gute Gelegenheit, mit dem Hund Entspannung zu üben. Bei uns gilt die Regel, nach jedem Spiel wird der Hund beruhigt. Zuerst wechseln wir zu einer ruhigeren Spielart, anschließend wird er durch Streicheln und in Terries Fall durch die Körperhaltung entspannt.

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Hier alle meine Videos bei YouTube.

P.S. An Belichtung, Schnitt, Vor-und Abspann kann ich wohl auch noch einiges optimieren…